Kuvasz auf der weiten ungarischen Puszta im warmen Abendlicht
Die weite Puszta-Landschaft prägte über Jahrhunderte das Wesen des Kuvasz als eigenständiger Hirtenhund.

Herkunft des Namens

Der Name Kuvasz stammt der Überlieferung nach aus dem türkisch-asiatischen Sprachraum, von einem Wort wie «kavas» oder «kawasz», das so viel wie Bogenschütze oder bewaffneter Wächter bedeutet haben soll. Dieser Ursprung passt zur historischen Rolle der Rasse: als Wächter, der eigenständig über das ihm Anvertraute entschied.

Frühe Spuren

Die Geschichte weisser Hirtenhunde in der ungarischen Tiefebene reicht weit zurück. Der Überlieferung nach begleiteten kuvaszähnliche Hunde bereits die Magyaren auf ihren Wanderungen nach Mitteleuropa. Ein bekannter Knochenfund eines rund 1100 Jahre alten, kuvaszähnlichen Hundes aus Fenékpuszta – heute im Landwirtschaftsmuseum Budapest ausgestellt – wird häufig als früher Beleg für diese lange gemeinsame Geschichte mit dem Menschen angeführt. Eine lückenlose wissenschaftliche Linie bis in diese Zeit lässt sich daraus nicht ableiten, doch die enge Verbindung zu den Hirtenvölkern der ungarischen Puszta gilt als gesichert.

Am ungarischen Königshof

Am bekanntesten ist die Verbindung zum ungarischen König Matthias Corvinus (reg. 1458–1490): Aufzeichnungen aus seiner Zeit erwähnen Kuvasz, die bei der Wolfs- und Bärenjagd am Hof eingesetzt wurden. Für den einfachen Hirten blieb der Kuvasz derweil vor allem, was er immer gewesen war: ein unbestechlicher Wächter über Herde und Gehöft, ausgestattet mit einem dichten, witterungsbeständigen Fell, das ihn in der Dämmerung deutlich vom Wolf unterschied.

Niedergang und Wiederaufbau

Mit dem Rückgang der grossen Wanderherden im 19. und frühen 20. Jahrhundert verlor der Kuvasz einen Teil seiner ursprünglichen Aufgabe und wurde zunehmend als Hof- und Gehöftwächter gehalten. Im Zweiten Weltkrieg verteidigte er das ihm anvertraute Eigentum oft bis zum eigenen Tod – die Population schrumpfte danach auf einen kritisch kleinen Bestand. Erst der Einsatz einiger weniger engagierter Züchter sorgte in den Jahrzehnten danach für den mühsamen Wiederaufbau der Rasse.

Der Weg zum FCI-Standard

Eine geregelte Zucht mit festgelegtem Standard begann in Ungarn 1905. Die heute gültige Standardbeschreibung wurde in den 1990er-Jahren grundlegend überarbeitet und ist bei der FCI unter der Nummer 54 eingetragen. Parallel dazu wuchs die Beliebtheit der Rasse ab den 1930er-Jahren auch ausserhalb Ungarns, insbesondere in den USA und in verschiedenen europäischen Ländern, wo bis heute kleine, auf Gesundheit und Wesen bedachte Zuchtpopulationen bestehen. Die aktuellen Zuchtkriterien fasst die Seite FCI-Rassestandard Nr. 54 zusammen.

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